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Dienstag, 20. März (Fortsetzung) bis Donnerstag, 22. März
In Palanda haben Alex, Guido und Marvin weitere Facetten der Kakaoproduktion erkundet. Mitten im Amazonía-Gebiet haben sie dazu drei recht unterschiedliche Kakaoplantagen besucht.

Auf dem Weg zur Kakaoplantage
Auf dem Weg zur Kakaoplantage

Im „Centro de Captación Agroecológico Arajuno“ in Pastaza, konnte das Filmteam die ganze Kakaozucht, von der Saat bis zur Ernte dokumentieren. In einer ihrer vier Gewächshäuser zeigten die Gastgeber Laura und David dem Erfurter Trio geduldig jeden Schritt, beginnend von der Aussaat im Gewächshaus und der Veredelung nach einigen Monaten. Sobald danach die Wunde richtig verheilt ist und die Pflanze eine entsprechende Größe erreicht hat, kommen sie nach draußen und stehen dann auch zum Verkauf. Gezüchtet wird in Pastaza die Kakaosorte CCN51, die für den industriellen Markt gedacht ist. Alex suchte indes weiter „seine“ Bohnensorte, die „fino de aroma“.

Alex findet wilden Kakao
Alex findet wilden Kakao

Auf dem Weg zur nächsten Plantage entdeckte er zunächst am Straßenrand eine Frau, die Wildkakao verkauft. Später, auf einer Insel im Napon-Fluss., ist er dann auf ein kleines Kakao-Paradies gestoßen. Don Cesars Plantage verkörpert die Tradition des Kakaos in Ecuador. Auf der Plantage werden seit Generationen „Trinitario“, „Nacional“ und „fino de aroma“ angebaut. Der Plantagenbesitzer ist ein gebürtiger Insulaner und auf dem Eiland auch großgeworden – genauso wie seine acht Kinder. Die kleineren von ihnen müssen täglich das motorisierte Kanu zur Schule nehmen; aber das ist für sie normal. Don Cesar erzählte seinen Gästen stolz, dass er auch Kunden aus dem Ausland hat. Nach einem Rundgang über seine Plantage lud er Alex und Guido zu sich nach Hause ein, um den Fortgang ihrer Beziehungen zu besprechen. Mittlerweile hat es sich in der Region rumgesprochen, dass unser Team unterwegs ist. Alex, Guido und Marvin machten einen Zwischenstopp auf einer weiteren Kakao-Plantage in der Nähe von Tena. Hier wird eine andere Kakaosorte gezüchtet, die sogenannte „Super-Arbol“ (Super-Baum). Welche „Super-Power“ hat diese gezüchtete Sorte? Der Kakao-Plantagen Inhaber, der frühere Bürgermeister von Tena, erzählte überzeugt, dass dies die Pflanze die Zukunft sein wird: „Die Rentabilität ist viel größer, da dieser Baum das ganze Jahr geerntet werden kann und der Ertrag ist bis zu 30 Prozent höher als der von den traditionellen Sorten“, warb er für sein Produkt. Für den Thüringer Chocolatier heißt es aber auch nach diesem Gespräch „Qualität geht vor Quantität“.

Schulbesuch
Schulbesuch

Die letzte Station in diesem wunderschönen Dschungelgebiet war gleichzeitig eine der lustigsten und süßesten. Alex, Marvin und Guido haben die Klasse für die 7- bis 11-Jährigen in der ländlichen Schüle „Galo Plaza“ besucht. Das Erfurter Trio wurde von den 15 Schülern und ihrer Lehrerin mit offenen Armen empfangen. Nach einer kurzen Vorstellung unterstützt das ganze Team das lokale Wiederaufforstung-Projekt und pflanzte mit Hilfe der Kinder insgesamt zehn Bäume.

 

Freitag, 23. März
Bei wechselhaften Wetter sind Alex, Guido und Marvin in Quito angekommen. Für Sightseeing blieb aber leider keine Zeit. Zu groß ist das Interesse an dem Project. Der erste Termin führte zu La Cho. Dort hatte Alex die Gelegenheit sich über seine Leidenschaft für Schokolade mit der Kakaoexpertin und Forscherin Lourdes Páez auszutauschen. Die Autorin des preisgekrönten Buches „Ecuador Tierra del Cacao“ und Präsidentin der Schokoladen Akademie Ecuadors empfing die drei Thüringer in ihrer 300 Jahre alt „Hacienda“ in der Nähe von Quito.

Sie erklärte ihnen ihre Botschaft: „Kakao ist ein wichtiger Bestandteil der ecuadorianischen Geschichte. Dennoch sollte der traditionelle Trink-Schokoladen Konsum nicht verloren gehen. Mit meinem Start-up La Chó will ich zeigen, dass Schokolade viel mehr ist als eine ungesunde Süßigkeit – Kakao ist sehr vielfältig und gesund“. Ihr Sohn, der in der Nähe von Stuttgart studiert hat, erklärte Alex in sehr gutem Deutsch alles über die Produktlinie und den Betrieb.

Besuch auf der Kakaoplantage
Besuch auf der Kakaoplantage

Als Belohnung für die lange Fahrt durften die drei Männer ein paar von La Chó´s Rezepten probieren. Es gab unter anderem Schoko-Gnocchi, Kürbis-Schokoladentorte und traditionelle „Humitas“ – zermahlener Mais, eine Art Polenta, in Bananenblättern mit Trink-Schokolade. Viel Zeit hatte das Team indes nicht, um 19 Uhr mussten sie im Ministerium für Außenhandel zur Pressekonferenz sein. Guido Kunze wurde von Javier Latorre, dem Staatssekretär für Handel und Wirtschaftsintegration im Ministerium zum Projekt interviewt.

Der Extrem-Sportler erklärte vor der ecuadorianischen Presse wie er und Alex Kühn in der Zamora Chinchipe Provinz dieses Abenteuer begonnen hatten, um die Herkunft des Kakaos bis zu seiner jetzigen Produktion in Ecuador zu erkunden. „Hochwertige Schokolade braucht die beste Kakao-Qualität“ betonte Guido Kunze „und das haben wir hier gefunden.“ Außerdem erzählt er, dass sie das Privileg hatten, die Kakao-Plantagen zu besuchen und selbst mit den Produzenten sprechen und Vorort Kakao-Bohnen bester Qualität kaufen zu können. Fairer und transparenter geht es nicht, so sein Fazit.

David erklaert die Kakaoanzucht
David erklaert die Kakaoanzucht

Es gab nicht nur ein großes Lob für die sportliche Leistung, sondern auch großes Interesse an dem Dokumentarfilm, der im Nachgang der Reise entstehen soll. Der Staatssekretär unterstrich, dass fairer Handel nicht nur in der Kakao-Produktion gelebt werde, sondern auch in weiteren Top-Export Bereichen wie dem Bananen-Export. Für die ecuadorianische Regierung ist nach seinen Worten auch die Anerkennung der Arbeitsrechte von höchster Bedeutung. Er dankte Guido und Alex sehr für ihr ehrliches Interesse an den Themen Kakao und Fairer Handel.

Kakao
Kakao

Für Alex ging die Zeit in Ecuador damit zu Ende. Guido und Marvin konnten viel über Kakao und Schokolade von den ecuadorianischen Produzenten lernen. Das erlangte Wissen ist für die beiden jetztwichtig, denn sie müssen nun auch für Alex weiter forschen.

Die ersten Kakaobohnen werden mitgenommen
Die ersten Kakaobohnen werden mitgenommen

 


Samstag, 24. März
Den Äquator hat Guido hinter sich gelassen. Ab jetzt geht es nur noch Richtung Norden.


Guido fährt auf dem Äquator Fahrrad
Guido fährt auf dem Äquator Fahrrad

Guido fährt auf dem Äquator Fahrrad
Guido gut gelaunt und voller Energie

 

Sonntag, 25. März
Guido und Marvin haben sich nicht nur von Alex verabschiedet, sondern auch von Quito. Das Abenteuer geht weiter. In der Nähe von Quito hatte Guido nicht nur unter dem Höhenunterschied zu leiden, ihn machte auch das instabile Wetter zu schaffen.

Guido schützt sich vor dem Regen
Guido schützt sich vor dem Regen

Auf der Panamericana änderte sich landschaftlich alles komplett. Guido fuhr an Vulkanen und Seen vorbei. Die Wolken zogen sehr schnell, es war kalt und regnerisch. Nichtsdestotrotz war die Landschaft atemberaubend schön.

An der Provinzgrenze zwischen Pichincha und Imbabura gab es Zeit und Gelegenheit für eine Verstärkung und um wieder etwas trocken zu werden. An einem nicht besonders schönen Platz gegenüber einer Tankstelle gab es in einem lokalen Café leckere Bizcochos mit Käse und zum Trinken eine heiße Schokolade.

Guido verläßt Quito Richtung Tulcan
Guido verläßt Quito Richtung Tulcan

Der Vulkan Imbabura ließ sich kurz blicken, aber schon nach wenigen Augenblicken verschwand er schon wieder hinter den Wolken. Guido hat den San-Pablo-See und den Imbabura hinter sich gelassen und macht sich nun weiter auf dem Weg Richtung Kolumbien. Auf der Fahrt durch die nördlichste Region Ecuadors, Carchi, gab es schöne Blicke auf Bergketten und Täler. Die kolumbianische Grenze ist nicht mehr weit.

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