Anders als es seine spätere Karriere vermuten lassen könnte, kam Guido Kunze (Jahrgang 1965) nicht von langer Hand vorbereitet zum Ultramarathon in den Laufschuhen, auf den Rennrad und dem Mountainbike, sondern fast zufällig und ungeplant. Trotz achtbarer Ergebnisse auf der Tartanbahn im Schulsport wurde der in Mühlhausen (Thür.) geborene und lebende Karosserie-und Fahrzeugbau-Meister schließlich aus dem DDR-Sichtungssystem Leichtathletik aussortiert. Danach orientierte er sich um zum Militärischen Mehrkampf, Kampfsport (2.Dan im Judo und 1.Ju Jutsu), Fallschirmspringen und Orientierungslauf.

Nach der Wende 1989/90 waren die sportlichen Ambitionen zunächst ganz auf den Kampfsport gerichtet. Laufstrecken waren mehr Ausgleich zum Kampfsport und Berufsleben. Erst Mitte der 1990er kehrte er zum Sport zurück, als er sich entschied, die Prüfung zur Trainerlizenz für den Breitensport und Judo abzulegen. Der gemeinsame Trainingsplan an der Sportschule Bad Blankenburg mit einem anderen gebürtigen Mühlhäuser führte dazu, dass Kunze sich auf dessen Werben im Frühjahr 1998 an seinem ersten Marathon versuchte und unmittelbar Gefallen daran fand. Als er beim Rennsteiglauf, Europas größtem Crosslauf überhaupt, sich, selbst schon über 42 km im Ziel, noch überraschend frisch fühlte und genug Teilnehmer über die Langmarathonstrecke von 75 km ins Ziel kommen gesehen hatte, entschied er, diesen Ultramarathon anzupacken.

Das geschah zwei Jahr später, und ab 2000 begann eine rasante Entwicklung, an deren Ende er schon 2005 den wohl härtesten Ultramarathonlauf überhaupt auf einem Top 13-Platz beendete: in sengender Hitze 217 km mit mehr als 2600 hm in Kalifornien vom Badwater im Death Valley zum Whitney Portal unterhalb des Gipfels des Mt Whitney. Natürliche Veranlagung, unbedingter Wille und eisernes Durchhaltevermögen kamen Kunze zugute, wenn er als „reinrassiger” Amateur mit normalem Beruf mit weniger ausgeklügelter trainingsmethodischer und logistischer Vorbereitung als „echte” Ultramarathonprofis kaum weniger zehrende Strecken anging, z.B. das 6-Tages-Rennen Marathon des Sables durch den marokkanischen Atlas (2001 u. 2002; 1 Wüstenmarathon pro Tag), den Desert Cup von Petra zum Wadi Rum in Jordanien (2002; 170 km nonstop) oder den Grand Raid de le Réunion auf der tropischen Vulkaninsel im Indischen Ozean (2003; über 10 000 hm auf 130 km nonstop).
Dass Kunze beim ersten Versuch beim Marathon des Sables unter Lebensgefahr scheiterte und sich beim zweiten, erfolgreichen einen Ermüdungsbruch im Oberschenkel holte, führte dazu, dass er immer mehr Zeit in die Vorbereitung investierte, trainingsmethodisch in die eigene und logistisch in die des für Ultra-Strecken fast unerlässlichen Begleit- und Betreuungsteams. 2005 ist deshalb mit dem Badwater-Ultramarathon nicht nur das Jahr seines wohl am professionellsten vorbereiteten Laufprojekts, sondern auch das Jahr, in dem er sein Berufsleben näher an seinem Sport ausrichtete. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Gaby Laupichler eröffnete er im heimischen Mühlhausen den Laufladen 2 G und stieg schließlich aus seinem Kfz-Meisterbetrieb aus. Während er nach wie vor insofern Amateur ist, als er seinen Lebensunterhalt aus diesem Sportartikelfachgeschäft bestreitet, nicht aus seinen Ultramarathonprojekten, lässt sich seither der Alltag leichter mit der zeitaufwändigen Trainingsgestaltung verbinden.

2004/05 ist auch der Zeitraum, in dem Kunzes Trainingsausfahrten auf dem Rad, die zunächst v.a. der Steigerung des Pensums zur Grundlagenausdauer dienten, mit Blick auf Ultramarathon-Wettkämpfe umdeutete. Ein wenig wiederholte sich das Von-Null-auf-Hundert des Ultramarathon-Laufens. Bevor er sich’s versah, hatte er sich im ersten Enthusiasmus als erstes großes Ultramarathonrennen gleich bei der Nr. 1, Race Across America, 5000 km vom Pazifik zum Atlantik ins Gespräch gebracht. Mit dem Finish am Atlantik, war Kunze erst der 4. Deutsche, der das Rennen Solo in der 25jährigen Geschichte von RAAM erfolgreich beendete.

Vielleicht war es der Anfang im Ultramarathon-Radbereich gleich beim längsten organisierten Rennen überhaupt, der Kunze, als er zunehmend die Logistik und Trainingsmethodik von Ultramarathon-Radstrecken in den Griff bekam, rasch zu eigenorganisierten Projekten trieb, fortan sowohl beim Lauf als auch auf dem Rad.  So nahm er 2008 die gesamte 3550 km lange und mit über 51 000 hm gespickte Strecke der Tour de France dieses Jahres unter die Rennradreifen, als Botschafter der Amateurradsportinitiative Fans gegen Doping, nonstop. 2009 durchquerte er als Botschafter des Rotary Club International und der Bill-Gates-Stiftung gegen Polio Australien nonstop auf dem Rennrad und stellte dabei in 7 Tagen 19 Std. 5 min einen neuen Rekord auf. 2010 verband er erstmals Rad und Lauf, startete in Essen und erreichte über Pécs Istanbul, Europas drei Kulturhauptstädte dieses Jahres, und hängte den Istanbul Eurasia Marathon am Goldenen Horn gleich an, und zwar all das als Botschafter der Ruhr.2010, der Organisationsgesellschaft der Kultur-Ruhr des Jahres.


Eigentlich für 2012, zu den Feierlichkeiten, 40 Jahre Deutsch-Chinesische diplomatische Beziehungen und 40 Jahre UNESCO geplant. Aber erst im März 2013 durchgeführt, da sich dieses Projekt als sein bis dahin längster Genehmigungs-Ultramarathon erwiesen hat.  Schließlich kam über verschiedene Fährnisse und sprunghafte konsularische und kulturbehördliche Entscheidungen ein rd. 1000 km langer Ultra in Laufschuhen, auf dem Mountainbike und im Auto der Kulturbehörde zusammen. Beim bislang unvorhersehbarsten Kunze-Projekt fuhr er jedoch als Ausländer auf Abschnitten der Großen Mauer mit dem Rad, die im Alltag sogar für Einheimische zu Fuß gesperrt sind. Beeindruckend war es deshalb nicht nur sportlich, landschaftlich und kulturhistorisch, sondern auch und vor allem darin, dass es überhaupt durchgeführt werden konnte.

Weitere Projekte in der Pipeline sind einen Höhenmeter-Dauerfahrtweltrekord auf dem Rad noch 2013. Noch theoretische Planungen auf generelle Durchführbarkeit betreffen eine 100 000 hm-Fahrt nonstop über klassische Rennrad-Pässe des Giro und der Tour in den Alpen. Und es bestehen Gedanken an ein weiteres Race Across America, diesmal mit einer Platzierung unter den ersten 5. Guido Kunze lebt zusammen mit seiner Lebensgefährten Gaby Laupichler. Beide haben zwei Söhne.

Ehrentitel

  • Centomila – Weltrekord mit den meisten Höhenmeter nur über Pässe
  • Höhenweltrekord auf den Ojos del Salado
  • Rolltreppen Weltrekord mit 61.050 Stufen in 24 Stunden
  • Rekordzeit quer durch Australien auf dem Rad (4000+ km; 7 Tg 19 Std. 5 min; Guinness Book of Records)
  • Schnellste Laufzeit nonstop über den Rennsteig, Gesamtlänge (170+ km; 20 Std. 37 min; inoffiziell, sowie hin und zurück über 340km in 52Std.)
  • 2 x Thüringens Sportler des Monats (Internet-Voting der Zeitung Thüringer Allgemeine)
  • 3x Sportler des Jahres im Unstrut Hainich Kreis
  • Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Mühlhausen und Waldsassen
  • Ehrenamtsmedaille des Freistaat Thüringens
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